Presse
Der Sonne entgegen.
Philosophisches über den Irrwitz des Lebens
Wenn Andreas Giebel über die "Bedeutung
des Publikums" sinniert und sich freut, in
Unterpindhart "jede Menge Pullover und
Hemden" begrüssen zu können, dann ist das
Eis sofort gebrochen. Und sein innigster Wunsch, doch ähnlich in der Sauna beim Kabarett "oben ohne" als standesgemäßige Kleidung einzuführen, bringt ihm zumindest bei den Herren schon mal hunderprozentige Sympathien ein - die Damen hat er eher mit seinem schelmischen Augenzwinkern im Griff. Ein nettes Aufwärmgeplänkel, das schnell einem philosophischen Ausflug in den Irrwitz des Lebens, "das allen Regeln widerspricht" weicht.
Der Münchner Viktualienmarkt wird zum Epizentrum aussergewöhnlicher menschlicher Begegnungen, in deren Verlauf der Künstler unterschiedlichsten Gestalten ein Gesicht verleiht. Da stösst sein "alter ego" auf den intellektuellen näselnden Puschkin, den schüchternen Placebo (" i wois net, ob i mir des bloss einbild, aber...") und die multiple Persönlichkeit "Achter". (...)
Auf ihrem Weg "der Sonne entgegen" enthüllt Giebel mal mit einfachen Kalauern, mal mit ironischem Feingefühl oder beissender Satire, immer aber pointensicher, die Schwächen und Paradoxien seiner allzu menschlichen Gestalten. Dabei ist sein Vortrag so dicht, dass man sich konzentrieren muss, um nicht etwas Wesendliches zu verpassen - und irgendwie ist der Abend viel zu schnell vorbei. Da mag auch der Hinweis Giebels, dass das wahre Leben "tonnenweise Zugaben" bereit hält, nicht wirklich trösten.
Inhaltlich streift der Kabarettist mit dem feinen Gefühl für sprachliche Absurditäten die zentralen Themen des Daseins.(...)
(Maggie Zurek in PK | 26.01.2004)
Trottoir - Szene München
Im Kabarett darf man alles, in der Comedy sowieso. Da wird denunziert, überhöht, durch den Dreck bzw. den Kakao gezogen, verarscht, veralbert und verkohlt. Man zeigt mit dem Finger auf das, was einem nicht passt.
Man darf böse sein, gemein, manchmal auch verletzend und bisweilen wird das Lachen über eine Pointe zum Auslachen. In diesem Sinne ist Andreas Giebel weder Comedian noch Kabarettist. Ihm ist es vielmehr in den 20 Jahren seiner Karriere gelungen, eine neue Form des Kabaretts zu kreieren. Er ist so etwas wie der Siegfried Freud der deutschen Kleinkunstbühnen. Er beobachtet seine Figuren, schleicht in sie hinein, versucht auch die schrägsten Typen zu verstehen und hilft ihnen zu einer neuen Existenz auf der Bühne. Und das Erstaunlichste an den Geschichten über die Stehtischtrinker und Strawanzer: Sie sind richtig lustig. Da steht kein Kabarettist auf der Bühne, der über eine in die Jahre gekommene Liebesbeziehung witzelt. Da steht ein Typ auf der Bühne, der davon berichtet, wie es abläuft, wenn sich "befreundete Ehepaare" zum gemeinsamen Kochen verabreden. Man hört ihnen gerne zu, diesen Typen, die sich Puschkin nennen oder Achter, weil sie multiple Persönlichkeiten sind. Und vielleicht stellt sich der ein oder andere, der Giebels Programm gesehen hat, einst wirklich einmal an einen nach abgestandenem Bier riechenden Stehtisch am Viktualienmarkt und hört sich an, was ein echter Willybecherphilosoph zu berichten hat. Über das Leben, das sich so recht keiner erklären kann. Auch das Buch mit dem Titel "Um was geht´s eigentlich" kann da nicht recht weiterhelfen. Denn in ihm stehen zwar Regeln, aber die sagen manchmal auch nicht viel. Ein Satz wie "Leben widerspricht allen Regeln" taugt nur wenig zur Lebenshilfe. Giebels grandiose Studien menschlicher Randexistenzen, seine sicher erdrückende Bühnenpräsenz, seine schauspielerische Meisterschaft und sein philosophischer Humor ("Den Geschmack von dem Geruch, den hätt´ich gern, aber ohne was zum Essen") sind ein weiterer Pflasterstein auf dem Weg Giebels zu unsterblichem Kabarettruhm, "Der Sonne entgegen" - so der Titel seines Programms.
(Trottoir | 12.12.2003)
Giebel mit gewichtiger Präsenz und feinem Gespür
350 Besucher erleben den Münchner Kabarettisten in
einer subtilen Ein-Mann-Show
(Klaus Werner in: Main-Post | 10.11.2003)
Stilsicher der Sonne entgegen
Wort-Kabarettist Andreas Giebel begeisterte
Bad Kissinger Publikum
"Andreas Giebel, Wort-Kabarettist" - so steht es auf der
Internet-Seite der Agentur, die den bayerischen Künstler
managt. Sehr viel besser hätte man die brilliante Kunst
des gebürtigen Münchners nicht beschreiben können;
man könnte nur noch das Adjektiv "gewichtig" hinzufügen - denn dies würde sowohl für den Inhalt, als auch für die physische Präsenz stehen.
"...der Sonne entgegen" hieß das Programm, das Giebel im Rahmen des Kissinger Kabarettherbstes präsentierte. Fast 350 Zuschauer lockte der TV-bekannte und mit vielen Preisen dekorierte Kabarettist in das Kurtheater.
Dabei ist der Name weniger geläufig als die prägante Persönlichkeit, die mit treffsicherer Mimik und typengerechter Körpersprache Gesagtes und Nichtgesagtes transportiert und verstärkt.
Giebels Programm ist weder Kabarett im herkömmlichen Sinn noch Comedy, sondern eher ein Mehr-Personen-Bühnenstück, wobei er alle Haupt- und Nebenrollen selbst darbietet. Diese Inszenierung gelingt ihm ohne Requisiten, fast ohne Pause und ohne schenkelklopfende Pointen, jedoch mit feinem Sinn für Wortspielereien und Gespür für die Charaktere, die er fast bildhaft zum Leben erweckt.
Mikrophon-Probleme in der ersten Hälfte des 90-minütigen Programms bringen ihn weder aus der Fassung noch aus dem Konzept. Stets hält er den roten Faden seiner Geschichte in Händen, auch wenn er blitzschnell und nahtlos die Szenerie und Charaktere wechselt.
Sein Spiel mit dem Zuschauer beginnt eher belanglos. Zu den Klängen einer Melodie, die aus einer TV-Serie stammen könnte, verdunkelt sich der Raum, ein Spot taucht die Bühne in gleißendes Weiß und Giebel tritt in grauer Einheitskluft aus dem purpurnen Vorhang. Ein paar Anmerkungen zum Theater, zur Beleuchtung (Stromkosten für heute Abend 4,76 €), zum Unterschied zwischen "liebes Publikum" und Zuschauern ("Für Mario Adorf beginnt das Publikum ab 25 Zuschauern!") biete er als Warm- Up.
Unmerklich nimmt er das Publikum an die Hand und macht es mit dem Umfeld vertraut. Er berichtet von Isabell, seiner Lebensabschnittsgefährtin, und den Erlebnissen mit befreundeten Ehepaaren. Dabei sind seine Einfälle skurril und die neuronalen Verbindungen zu zahlreichen Themen verblüffend. Wenn ihm gar nichts einfällt, dann hat er immer noch ein Wörterbüchlein "Um was geht´s eigentlich?", denn da steht wirklich alles drin. Beispiel gefällig? Höchster Berg steht natürlich unter "hö" und schon hat man den Mount Everest.
Stilsicher bewegt sich Giebel zwischen Pointen mit Lachgarantie, die mit schlitzohrigem Augenzwinkern präsentiert werden, und kabarettistisch-philosophischer Endzeitstimmung. Die eigentliche Geschichte fängt aber mit Elmar an, ein Freund aus gemeinsamer WG-Zeit und mittlerweile fitnessgestresster Körper-Macho. Die Suche nach einem Ersatzteil führt ihn auf den Viktualienmarkt und direkt in die Fänge von Placebo, Puschkin und Achter, der multiplen Persönlichkeit. Er selbst wird zum jungen Helden, der mit den anderen einen Streifzug durch München erlebt.
Ausdrucksstark in Mimik und Sprache präsentiert Giebel diese liebenswerten Biergarten-Versager auf der Esoterik-Messe ( oder war´s die Erotik-Messe?) und in der Alten Pinakothek, wo er einen Vergleich zwischen Rubens-Frauen und Catwalk-Modellen zieht. Dazu gibt´s einen satirischen Abstecher in den Verein für Lebensberatung und -bewältigung, wo er Religionsberatung erlebt: Christentum wegen Schweinsbraten, Islam wegen der Weiber und Hinduismus wegen der Wiedergeburt - aber nicht als Wurm
(Saale Zeitung | 10.11.2003)
DAS LEBEN WIDERSPRICHT DEN REGELN
Andreas Giebel spielt sein neues Kabarettsolo "Der Sonne entgegen"
Als Märchenonkel hat er sich "noch nicht ganz in der Gewalt": Da nennt er schon mal die Prinzessin ein "magersüchtiges Zwietscherl, die kann ja das Wort Arbeit net amal buchstabieren". Aber dass Andreas Giebel sein Geld als Märchenonkel verdienen müßte, ist unwahrscheinlich: der Münchner Kabarettist zeigt sich mit seinem neuen Solo "Der Sonne entgegen" im Lustspielhaus wieder in Bestform. Angefangen hat alles damit, dass er für seinen gesundheitswahnsinnigen alten Freund Elmar ein Ersatzteil für dessen Hometrainer besorgen soll. Im Biergarten auf dem Viktualienmarkt schließt er Freundschaft mit dem geistesschlichten Placebo und dem Philosophen Puschkin mit der Liebe zu Odysseus und der Sehnsucht nach dem Süden. "Den Geschmack von dem Geruch, den hätt' ich gern, aber ohne was zum Essen", sagt Puschkin. Weil Elmar inzwischen mit dem Radl verunglückt ist, machen sich die drei auf die Suche nach einem neuen Lebenssinn für Elmar.
Der Streifzug durch München ist auch ein Streifzug durch die Ängste, Erwartungen und Marotten der "vergessenen Generation" zwischen 30 und 60. Beziehungszoff mit Isabella, gemeinsames Kochen mit befreundeten Ehepaaren, der Erwerb einer neuen Freundin Susi, die sich als Suzuki-Motorrad entpuppt: Giebel erzählt seine skurrilen Geschichten mit unverschämtem Charme, urkomisch und federleicht. Er ist - in Gabi Rothmüllers präziser Regie - ein wunderbarer Komödiant, der seine skurrilen Figuren liebt und auch sich selbst ironisch hinterfragt, wenn er seinen am Islam interessierten Doppelgänger bei der Religionsberatung beobachtet.
Und Giebel ist ein bayrischer Philosoph des Absurden, dessen kluges Lexikon zum Stichwort "Leben" weiß: "Das Leben widerspricht den Regeln".
(Gabriella Lorenz in : AZ München | 23.10.2003)
IRRFAHRT IN DIE ABGRÜNDE DES ALLTAGS
"Mein junger Held" nennt ihn der Saufkumpan vom Viktualienmarkt. Und listig wie Held Odysseus nimmt Kabarettist Andreas Giebel das Publikum in seinem neuesten Programm "Der Sonne entgegen" mit auf eine Irrfahrt in die Harmlosigkeiten und Abgründe des menschlichen Alltags rund um eine WG.
Wie der mythische Seefahrer spinnt er seine Erzählfäden aus, fabuliert von Esoterik zu Erotik, spannt boshaft einen Bogen zwischen Patrick Lindner und Mario Adorf, rankt seine valentinesken Geschichten vom Biertisch zur häuslichen Kochorgie. Doch die Freunde verwandeln sich plötzlich in Schweine und unter den Grauköpfen im Rentnerbus wartet Penelope alias Elfriede ....
Es ist ein ebenso geistreicher wie witziger Mix zwischen Kalauern, Bildungsbürger-Relikten und philosophischen Tiefgründeleien, den Giebel wie ein Märchenerzähler präsentiert. Doch geistig kommt er leichtfüßig daher - hinter ausgefeilten Banalitäten und der abgefeimten Beiläufigkeit des sprachspielerischen Plaudertons steckt ein intellektueller Spötter der Spitzenklasse, der satirische Seitenhiebe gegen lasche Politiker wie lahme Normalos austeilt.
(Babara Welter in: TZ München | 23.10.2003)
Märchenonkel der besonderen Art
Andreas Giebels neues Programm "Der Sonne entgegen"
Der Mann braucht ja nix. Die Requisiten (Stuhl, Tisch, Kleiderständer, Wasserglas) versauern, während er mit seiner ganzen Körperlichkeit wirkt. Berichtet, sich aufregt, plaudert, philosophiert, die Rollen wechselt, den etwas anderen Märchenonkel gibt. Nur ein Büchlein nimmt er ab und an zu Hand. "Um was geht´s eigentlich?" steht vorne drauf. Könnte man sich bei Andreas Giebels neuem Programm auch fragen. Tut man aber nicht. Logisch, dass es um alles und nichts geht. Ums große Ganze halt: das Leben, die Menschen, und ich mittendrin.
Giebels siebtes Soloprogramm heisst "Der Sonne entgegen" und nicht wie zunächst geplant "Leichen im Keller". Der Blick in die Abgründe der menschlichen Seele ging am Ende doch nach oben - wird alles gut? Gründe zu verzweifeln gäbe es ja genug, angefangen mit dem Beziehungsärger daheim und dessen fatalen Weiterungen. So landet der Giebel schließlich im Mutantenstadl: am Bierstehtisch auf dem Viktualienmarkt. Lernt den Puschkin kennen, einen Weltverweigerer mit Hang zu Philosophie und Odysseus, lernt den Placebo kennen, einen zwerghaften Komplexhaufen, und der Achter, die multiple Persönlichkeit, gehört auch dazu. Mit diesem Ensemble entwickelt Giebel seine Geschichten und Geschichtchen: vom Mann, der Waldemar Hartmann siezt, von der geringen Trennschärfe bei Erotik- und Esoterikmessen, von Catwalkern und Religionsberatern, von Parkbank- und anderen Beziehungen. Er tut dies mit einer in 20 Bühnenjahren gewachsenen Präsenz, der niemand im Lustspielhaus entkommt. Die Kollegen vom Hausensemble "Die Occams" (Liegl, Schleich, Altinger) lachen am lautesten, Regisseurin Gabi Rothmüller ist zufrieden mit dem Bühnentier und Vielspieler Giebel (im Fernsehen bald als Polizist), und ein Happy End gibt´s auch noch. Schön.
(Thomas Becker in: Süddeutsche Zeitung | 23.10.2003)
Puschkin, Placebo und die arme Susi
Andreas Giebels Solo im Lustspielhaus
Was "an diesem Abend passiere, sei schnell erklärt", behauptet Andreas Giebel, und bevor man sich fragt, wann's denn beginnt, ist man schon mitten drin. Kein "richtiger" Anfang, keine Inszenierung stört den (Rede-)Fluss, der Kabarettist ist ganz er selbst, wenn er sein Publikum in "seine" Geschichte hineinzieht. Und wie aus dem Nebel des kollektiven Gedächtinisses tauchen die Typen auf, die man alle "irgendwie" kennt, und die der Münchner nun liebevoll ins Rampenlicht zerrt.
"Der Sonne entgegen" heißt das allerneueste Solo des 45-Jährigen, erstmals zu sehen nun im Lustspielhaus, ein Streifzug durch die Metropole, vom Vitualienmarkt zur Pinakothek der Moderne und in diverse Wohnungen, in denen "befreundete Ehepaare" gemeinsam kochen, um nicht über ihre Beziehungen reden müssen. Bizarre Biografien stehen im Mittelpunkt, referiert von einem Menschenkenner, der seine Figuren nie denunziert - Puschkin, der melancholische Philosoph, Placebo, der keine Chance bei Frauen hat und sie trotzdem nutzt, ein gewisser Elmar, der diverse Schicksalsschläge abbekommen hat. Und der Andi ist auch noch da.
Das Bier ist das Benzin, die Lebenserfahrungen und das (Halb-)Wissen seiner Geschöpfe sind der Motor, die diese Plauderei vorwärtstreibt. Das wäre alles ziemlich banal, verstünde es Giebel nicht so perfekt, im Einzelfall das Allgemeingültige zu orten und seine Erzählungen gekonnt ins Aberwitzige driften zu lassen. Und so dient der Fahrradunfall des armen Elmar, dem Trambahngleise zum Verhängnis wurden, als Illustration des Effekts, dass Scheitern droht, sobald man sich seiner Fähigkeiten bewusst wird. Der Wille, die Welt zu ordnen, wohnt allem Reden inne - bei Giebel gipfelt das in dem genialen Phantom eines Buches mit dem Titel "Um was geht´s eigentlich?", in dem "alles drinsteht" (beispielsweise: "Leben" - "widerspricht allen Regeln"). Ein Altruist, der "Susi" rettet, nur weil er ein Motorrad irrtümlich für eine geknechtete Frau hält. Ein Engel, obwohl er`s auch nicht leicht hat. Das lässt hoffen - und sei es auf die "eigentliche Geschichte"...
(Münchner Merkur | 23.10.2003)
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Vom Heben gekennzeichnet - Pressestimmen
...Giebel präsentiert ein Feuerwerk in Sachen
Typen. Da spricht er - sehr nuanciert in Gestik und Mimik - seine Rollen gekonnt
absurd
und treffend...
(Hannoversche Allgemeine Zeitung)
...Ein genialer Beobachter, aufbrausend und zärtlich genau. Dieser Riese entführt uns in eine exotische Alltagswelt. Den muß man sich merken...
(TAZ, Hamburg)
...Die hohe Kunst des Andreas Giebel liegt in seiner Fähigkeit, mit bestehendem Wortwitz und äußerst sparsamer Mimik das Publikum in tosendes Gelächter über Dinge zu zwingen, die eigentlich viel eher tragisch und bedauernswert als lustig sind...
(Schwäbische Zeitung)
...Andreas Giebel formt seine Typen plastisch und besticht durch außerordentliche
Bühnenpräsenz. Dabei kommt er mit wenig Requisiten und ohne Kostüme
aus, läßt die verschrobensten Figuren allein aus Worten und
einer furchterregenden Mimik entstehen. Seine Figuren sind so unrealistisch
realistisch, daß keine Zweifel aufkommen: Das sind Geschichten, die
das Leben schrieb.
Ein pointensicherer Intellektueller im Schafspelz [...] Ein kabarettistisches
Fünf-Sterne-Vergnügen!
(tz, München)
Ein poetischer Chronist, ein teuflisch schadenfroher Zeitzeuge [...]
in seiner brutalen Vulgarität so überzeugend wie in seiner mutwilligen
Fröhlichkeit.
...Andreas Giebel zeigt mit seinem Programm, daß ein guter Kabarettist
mehr können muß als eine Kette loser Pointen abzuspulen und
dabei in alle Töpfe zu greifen. [...] Es wimmelt nur so von verbissenen,
verbiesterten Antihelden. Kein Bilderbuch könnte sie schöner
zeichnen und zugleich ist keine Fotografie lebensechter als Giebels Darstellung...
(Abendzeitung, München)
Andreas Giebel gehört zu den Kabarettisten, die nicht nur wortgewaltig
"erschlagen", sondern es verstehen, durch gekonntes Rollenspiel zu begeistern.
Kein Auge blieb trocken, als er am vergangenen Samstag mit seinem Programm
"Vom Heben gezeichnet - ein Sherpa packt aus" im - bis auf den letzten
Platz besetzten - U1 gastierte [...] In diese Charaktere gelingt es Giebel
mit hervorragender Stimmenimitation, alles an menschlichen Schwächen
und Eigenheiten zu karikieren. Und angenehmerweise waren auch viele leise
Töne dazwischen! Ein Abend der gekonnten Satire - schauspielerisch
aufs Beste dargeboten.
(Münchner Merkur, 18.12.2000)
Brillantes Typen-Feuerwerk!!
(Süddeutsche Zeitung, 21.9.2000)
...Leichtfüßig inszenierte Giebel Szenen- und Rollenwechsel
und bot seinem Publikum frische Pointen am laufenden Band. Mit der unglaublichen
Leichtigkeit des Humors schuf er mehr oder weniger existente Übergänge
von einem Thema zum anderen, lieferte Unterhaltung ohne Unterhalt, den
ganzen Abend. Dafür belohnte ihn das kritische Ebersberger Publikum
auch mit ehrlichem wohlverdienten Applaus.
(Ebersberger Zeitung, 25.9.2000)
Andreas Giebel spielt sie alle, diese skurrilen Typen und liebenswerten
Versager, ohne Requisiten, fast ohne Pausen und ohne die Pointen, die man
zum Schenkelklopfen braucht. Die Frage: "Wie geht's weiter?" treibt sie
alle um, diese wurzelfreien Typen, die ihrer Wirtin folgen, wenn sie gerade
einmal wieder von einer Brauerei herausverschönt wird. [...] Immer
einmal wieder fällt dabei der Kabarettist Giebel, der sich die ganze
Sache auch von außen betrachtet, aus seinen vielen Rollen und ist
der Kabarettist, der seinen Mitmenschen auf's Maul schaut und ihre Sprache
und Gewohnheiten auseinander nimmt. [...]
Andreas Giebel und seine Typen, die er so lebensecht und verquer auf
die Bühne bringt, wie man sie sich gar nicht ausdenken kann, er ist
einer der feineren, liebenswerteren unter den Kabarettisten, bei denen
man sich immer schon aufs nächste Programm freuen darf.
(Kreiszeitung Böblingen, 7.11.2000)
...Hier brilliert Giebel, zieht dem Publikum die Lachtränen aus
den Augen. Zärtlich und raubeinig wie schon im "Alpenvirus" reibt
er auch immer ein bisschen Melancholie unter die Jackets der Besucher...
(Reutlinger Nachrichten, 21.11.2000)
...Der Korrekte geht unter, der Individualist wird von den Abziehbildern
zugeklebt. Da bleibt nur Resignation und Protokoll: Andreas Giebel macht
alle Tragik komisch, alle Verzweiflung vergänglich und alle Dummheit
verzeihlich. Dabei scheint ein Auge immer darüber zu weinen, dass
das andere die Welt so hinnimmt, wie sie ist...
(Main-Echo, 19.11.2000)
"Bayerisches Kabarett der Spitzenklasse!
(Lohrer Echo, 8.1.2001)
...Würde Andreas Giebel jedoch sein aktuelles Programm als Soundtrack
herausbringen, bestünden gute Chancen auf eine Hitparadenplazierung.
[...] Seine Habenichtse parodiert der Kabarettist im Lustspielhaus mit
viel Wärme und schauspielerischem Talent. Die feinsinnigen Alltagsbetrachtungen
erinnern an Altmeister Hüsch [...] Auf Bayrisch klingt das derber,
nicht weniger liebevoll.
(Süddeutsche Zeitung, 11.1.2001)
Kneipentheater - Glänzendes Kabarett-Theater - Andreas Giebels
neues Solo
...In der straffen Regie von Gabi Rothmüller spielt Giebel glänzende
Theaterszenen, zeichnet die Typen mit sparsamen Mitteln scharf und präzise,
aber bei aller absurder Komik nie denunzierend. Wenn er am Ende Abschied
vom Alkohol nimmt, wird noch mal kräftig einer gehoben - der Rausch
ist ein Kabinettstück!
(AZ, 11.1.2001)
Andreas Giebel gastiert mit seinem neuen, furiosen Kabarettstück
im Mainzer Unterhaus
...Giebel dagegen forsch im Feld. Im Jahre 1900 brachte ein gewisser
Frank Wedekind ein Stück auf die Bühne: "Münchner Szenen.
Nach dem Leben aufgezeichnet" (später: "Der Marquis von Keith"). Genau
in dieser famosen Tradition steht Andreas Giebel.
(MRZ, 25.1.2001)
Giebels Figuren sind nicht nur vom Heben gezeichnet, sondern ebenso
vom Drücken geschlagen. Die Drücker und Heber sieht Giebel in
uns. Was will er uns damit sagen? Er will uns helfen, uns bessr zu verstehen.
Er verweist auf die Gefahren des Überhebens und des Unterdrückens,
und er zeigt uns Menschen, die in Wartesälen hocken, denn was ist
eine Kneipe anderes als eine "Warte" - im doppelten Sinne. Der Mensch als
wartende Existenz in der andauernd schwächer werdenden Hoffnung, es
könnte noch ein Zug abfahren, den man auch noch versäumen müsste.
Giebel ist der Fluglotse der Warteschleife. Seine Wartefiguren leben
in der sicheren Erkenntnis: Je länger wir uns oben im Kreis drehen,
desto mehr versäumen wir unten. Und das mit äußerst unterhaltenden
Mitteln.
(Bruno Jonas anlässlich der Verleihung des Bayerischen Kabarettpreises
2001)